Recycled Words

Mehrweg als Dark Pattern

Okay, ich war schon echt lange nicht mehr im IKEA und vielleicht ist das ja gar kein großes Ding. Immerhin kooperieren IKEA und Recup schon seit Ende 2022. Und grundsätzlich finde ich das auch gut. Mehrweg gehört gefördert, keine Frage. Ich würde mir sogar wünschen, dass deutlich mehr Unternehmen diesen Weg gehen. Was ich allerdings überhaupt nicht leiden kann, sind Dark Pattern und genau so eines fährt IKEA rund um die wiederverwendbaren Becher.

Eine andere Beschreibung für das Verhalten der Selbstbedienungsautomaten im Schwedenshop fällt mir jedenfalls nicht ein. Diese packen nämlich still und heimlich bei jeder Getränkebestellung einen mit 1 Euro Pfand belegten Mehrwegbecher in den Warenkorb.

Und das nicht etwa so, wie man es von bekannten Fast-Food-Ketten kennt, mit einer aktiven Entscheidung im Bestellprozess, nein IKEA packt den Mehrwegbecher still und heimlich in den Warenkorb. Und wenn man ihn nicht will, muss man ihn selbst wieder entfernen, bevor man bezahlt.

Das ist kein Nudging, sondern schlicht Täuschung. Das eigentliche Problem ist aber, das IKEA das als Nachhaltigkeitsmaßnahme verkauft, aber vermutlich Profitmaximierung der echte Treiber sind.

Denn vielen Kunden fällt gar nicht auf, dass sie aus einem Pfandbecher trinken. Der Becher wird gar nicht zurückgegeben, sondern landet im Müll oder auf dem Tablettwagen und das Pfand bleibt bei IKEA hängen.

Bei einem Unternehmen das bekannt dafür ist, Bruchteile von Cents bei den eigenen Produkten zu sparen, nehme ich jedenfalls keine andere Erklärung ab, sorry IKEA.

Ah wusstet ihr übrigens, das Kallax seit neuestem ohne die Filzgleiter ausgeliefert wird? Ich auch nicht. Zum Glück habe ich eine Rolle selbstklebenden Filz Zuhause. Wieder 3 Cent gespart, Bravo IKEA.

#bisschensauer #blog